Im Mai läuft der Garten zur Hochform auf: Die Tage werden länger, die Böden sind erwärmt, und fast überall beginnt es zu wachsen, zu blühen und zu summen. Jetzt entscheidet sich, wie erfolgreich die Gartensaison wird – wer im Mai planvoll arbeitet, erntet im Sommer und Herbst umso mehr. Damit du nichts vergisst, findest du hier alle wichtigen Aufgaben übersichtlich nach Themen sortiert. Von der Beetvorbereitung über Aussaat und Pflanzungen bis hin zu Rasenpflege, Obstgarten und nachhaltigen Methoden: So hast du deine Gartenarbeit im Mai wirklich „auf einen Blick“.
Beete vorbereiten: Boden lockern und düngen
Bevor du säst oder pflanzt, steht die gründliche Beetvorbereitung an. Entferne zunächst grob Unkraut, Steinchen und Wurzelreste, damit deine Kulturpflanzen nicht gleich in Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe treten müssen. Gerade nach einem nassen Frühjahr kann der Boden verdichtet sein – das erkennst du, wenn er in Klumpen zerfällt oder sich hart anfühlt. Ein gut vorbereiteter Boden ist bröselig, riecht angenehm erdig und lässt sich leicht bearbeiten.
Zum Lockern eignet sich die Grabegabel oder ein Sauzahn besser als der Spaten, denn so wird die Bodenstruktur geschont und Bodenleben sowie Regenwürmer bleiben weitgehend intakt. Arbeite nicht zu tief; meist reichen 15–20 cm. Auf schweren Lehmböden lohnt sich das Einarbeiten von grobem Sand oder feinem Splitt, um die Durchlässigkeit zu verbessern. Leichte Sandböden profitieren hingegen von reifem Kompost, der Wasser und Nährstoffe besser speichert.
Beim Düngen im Mai geht es vor allem um eine ausgewogene Grundversorgung. Organische Dünger wie gut verrotteter Kompost, Hornspäne oder Pellets aus organischem Volldünger sind ideal: Sie geben die Nährstoffe langsam ab und fördern gleichzeitig das Bodenleben. Zwei bis drei Liter Kompost pro Quadratmeter, leicht eingeharkt, sind für die meisten Gemüsebeete ein guter Richtwert. Starkzehrer wie Kohl, Kürbis oder Sellerie dürfen etwas mehr bekommen, Schwachzehrer wie Salate eher weniger.
Nach dem Lockern und Düngen lohnt sich ein kurzes Ruhenlassen des Bodens von einigen Tagen. In dieser Zeit setzt sich die Erde, Mikroorganismen werden aktiv und die Feuchtigkeit verteilt sich wieder gleichmäßig. Glätte die Oberfläche vor der Aussaat mit einem Rechen, ohne sie zu stark zu verdichten. Wer Schneckenprobleme hat, kann nun auch gleich Schneckenzäune setzen oder Barrieren anlegen, bevor Jungpflanzen ins Beet kommen.
Aussaat im Mai: Diese Sorten kommen jetzt ins Beet
Im Mai können zahlreiche Gemüse- und Kräutersorten direkt ins Freiland gesät werden, da der Boden nun ausreichend warm ist. Besonders geeignet sind Sorten, die keine starken Temperaturschwankungen scheuen und schnell keimen. Achte dennoch auf die regionalen Bedingungen: In höheren Lagen kann sich die Aussaat um ein bis zwei Wochen nach hinten verschieben. Die Saattiefe sollte stets zur Samengröße passen – als Faustregel gilt: maximal doppelt so tief wie der Samen dick ist.
Eine strukturierte Übersicht hilft, den Überblick über die geeigneten Kulturen zu behalten:
| Kulturart | Geeignete Sorten (Beispiele) | Saattiefe | Abstand in der Reihe | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Wurzelgemüse | Möhre, Rote Bete, Pastinake | 1–2 cm | 3–5 cm | Reihen mit Sand markieren, ggf. vereinzeln |
| Blattgemüse | Pflücksalat, Kopfsalat, Spinat | 0,5–1 cm | 25–30 cm zwischen Reihen | Gleichmäßig feucht halten |
| Hülsenfrüchte | Buschbohne, Zuckererbse | 3–5 cm | 5–10 cm | Rankhilfen für Erbsen einplanen |
| Kohlarten | Kohlrabi, Brokkoli (Vorzucht) | 0,5–1 cm | 30–40 cm | Jungpflanzen später vereinzeln oder setzen |
| Kräuter | Petersilie, Dill, Koriander | 0,5–1 cm | 5–10 cm | Langsam keimend, Geduld haben |
Damit die Aussaat gelingt, ist ein feinkrümeliges, ebenes Saatbett wichtig. Zu grobe Erde oder frische, klumpige Kompostgaben erschweren den feinen Würzelchen das Durchkommen. Drücke die Samen nach dem Ausbringen leicht an (z. B. mit einem Brettchen) und wässere vorsichtig mit der Brause, damit nichts ausgeschwemmt wird. Bis zur Keimung sollte die Oberfläche immer leicht feucht, aber nicht nass sein.
Zur besseren Planung kannst du dir eine einfache To-do-Liste für deine Mai-Aussaat anlegen:
- Witterung prüfen und Boden auflockern
- Saatgut nach Haltbarkeitsdatum kontrollieren
- Reihen mit Schnur markieren, Saattiefe einhalten
- Saatrillen anlegen, aussäen, leicht bedecken und andrücken
- Angießen mit feinem Brausestrahl, ggf. Vlies auflegen
- Keimlinge später vereinzeln, damit sie genügend Platz haben
Besonders praktisch im Mai sind sogenannte Mischkulturen: Kombiniere etwa Möhren mit Zwiebeln oder Salat mit Radieschen als Markiersaat. Das nutzt den Platz optimal, schützt teilweise vor Schädlingen und sorgt dafür, dass die Beete schnell geschlossen sind – so trocknet der Boden weniger aus und Beikräuter haben es schwerer.
Jungpflanzen setzen: Tomaten, Paprika & Co.
Viele beliebte Gemüsearten wie Tomaten, Paprika, Chili, Zucchini oder Kürbis werden im Haus vorgezogen und kommen im Mai ins Freiland oder Gewächshaus. Bevor sie dauerhaft draußen bleiben, sollten die Pflanzen abgehärtet werden: Stelle sie etwa eine Woche lang tagsüber ins Freie an einen geschützten Ort und hole sie nachts wieder hinein. So gewöhnen sie sich an Wind, Sonne und Temperaturschwankungen, ohne gleich einen Kälteschock zu bekommen.
Beim Setzen ist der richtige Pflanzabstand entscheidend für gesunde, kräftige Pflanzen. Eine übersichtliche Orientierung bietet diese Liste:
- Tomaten: 60–80 cm in der Reihe, 80–100 cm zwischen den Reihen
- Paprika/Chili: 40–50 cm in der Reihe, 50–60 cm zwischen den Reihen
- Zucchini/Kürbis: 80–100 cm (Zucchini) bzw. 1–1,5 m (Kürbis) Abstand zu jeder Richtung
- Auberginen: 50–60 cm Abstand in alle Richtungen
- Sellerie (Knollen- oder Stangensellerie): 30–40 cm Abstand
Tomaten profitieren davon, tiefer gesetzt zu werden, als sie im Topf standen: Entferne die unteren Blätter und setze die Pflanze bis knapp unterhalb der restlichen Blattansätze. Entlang des Stängels bilden sich zusätzliche Wurzeln, was sie stabiler und widerstandsfähiger macht. Paprika und Chili dagegen setzt du auf die gleiche Höhe wie im Topf; sie reagieren empfindlicher auf zu tiefes Pflanzen. Eine Startgabe Kompost oder ein organischer Tomatendünger im Pflanzloch fördert den Anwuchs.
Nach dem Pflanzen wird gründlich angegossen, damit sich Boden und Wurzeln gut verbinden. Tomaten, Paprika und Auberginen brauchen außerdem stabile Stützen – ob Bambusstab, Spiralstab oder Spalier – die du am besten direkt beim Pflanztermin setzt. In rauen Lagen oder bei kühler Witterung kann ein Vlies oder ein kleines Tomatenhaus in den ersten Wochen helfen, die Temperaturen etwas zu puffern und die Pflanzen vor kaltem Wind zu schützen.
Rasenpflege im Mai: Mähen, Vertikutieren, Nachsaat
Im Mai startet der Rasen richtig durch – jetzt ist die ideale Zeit, um ihm eine Grundkur zu gönnen. Zunächst sollte regelmäßig gemäht werden, am besten einmal pro Woche, bei starkem Wachstum auch öfter. Schneide lieber häufiger und dafür weniger: Maximal ein Drittel der Halmlänge sollte pro Mähgang entfernt werden, sonst schwächst du den Rasen. Eine Schnitthöhe von etwa 4–5 cm ist im Hausgarten meist optimal.
Ist der Rasen nach dem Winter verfilzt, vermoost oder licht, bietet sich im Mai das Vertikutieren an – vorausgesetzt, es ist nicht zu trocken und der Boden noch leicht feucht. Der Vertikutierer ritzt die Grasnarbe an, entfernt Filz und Moos und schafft Platz für frische Triebe. Vertikutiere nicht zu tief (2–3 mm reichen), sonst beschädigst du die Wurzeln zu stark. Anschließend das herausgearbeitete Material gründlich abharken.
Kahle oder sehr dünn bewachsene Stellen bessert man im Anschluss mit einer Nachsaat aus. Spezielle Nachsaatmischungen keimen schnell und schließen Lücken zügig. Raue die betroffenen Bereiche etwas auf, säe dünn, aber gleichmäßig aus und drücke die Samen leicht an. Eine dünne Schicht Rasenerde verbessert das Keimklima. Halte die Fläche in den folgenden Wochen gleichmäßig feucht, bis der neue Rasen gut eingewachsen ist.
Auch eine Düngung ist im Mai sinnvoll, insbesondere wenn im Frühjahr noch keine ausgebracht wurde. Ein organischer oder organisch-mineralischer Rasendünger unterstützt das Wachstum und stärkt die Gräser gegenüber Moos und Unkraut. Nach dem Düngen sollte möglichst Regen folgen oder du bewässerst selbst, damit die Nährstoffe in den Boden eindringen und keine Verbrennungen an den Halmen entstehen.
Ziergarten: Stauden teilen, Sommerblumen pflanzen
Der Ziergarten erlebt im Mai einen sichtbaren Entwicklungssprung: Stauden treiben kräftig aus, erste Rosen knospen, und es ist Zeit für farbenfrohe Sommerblumen. Viele ältere Staudenhorste – etwa Phlox, Sonnenhut oder Herbstastern – profitieren davon, im Mai geteilt zu werden. Das verjüngt die Pflanzen, beugt Verkahlung in der Mitte vor und sorgt dafür, dass sie wieder vital und blühfreudig sind. Hebe die Staude vorsichtig mit der Grabegabel aus und teile sie mit einem Spaten oder per Hand in mehrere Stücke mit jeweils ausreichenden Wurzeln.
Damit du im Staudenbeet und bei den Sommerblumen den Überblick behältst, hilft eine kompakte Tabelle:
| Bereich | Maßnahme im Mai | Geeignete Pflanzen (Beispiele) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Staudenbeet | Stauden teilen, neu pflanzen | Phlox, Sonnenhut, Aster, Taglilie | Nach dem Teilen gut wässern |
| Sommerblumenbeet | Einjährige auspflanzen | Cosmea, Zinnien, Tagetes, Löwenmäulchen | Frostfreie Witterung abwarten |
| Kübel & Balkon | Kästen und Töpfe neu bestücken | Geranien, Petunien, Fuchsien, Verbenen | Hochwertige Kübelpflanzenerde nutzen |
| Rosenbereich | Austrieb kontrollieren, düngen | Edelrosen, Beetrosen, Kletterrosen | Schwache Triebe entfernen, mulchen |
| Schattige Bereiche | Schattenstauden ergänzen | Funkien, Farne, Astilben | Auf gleichmäßige Feuchte achten |
Sommerblumen wie Tagetes, Zinnien oder Cosmeen, die du eventuell schon im Haus vorgezogen hast, dürfen jetzt ins Beet oder in Kübel, sobald keine Nachtfröste mehr drohen. Verdichte den Wurzelballen beim Pflanzen nicht zu stark und gib etwas Kompost oder einen organischen Blumendünger in das Pflanzloch. Plane unterschiedliche Höhen und Blühzeiten ein, um über den ganzen Sommer hinweg ein lebendiges, abwechslungsreiches Bild zu bekommen.
Nach dem Pflanzen ist regelmäßiges Gießen wichtig, besonders bei Kübelpflanzen, die schneller austrocknen. Eine dünne Mulchschicht aus Rasenschnitt (angetrocknet) oder Rindenmulch rund um Stauden und Rosen hält die Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt Unkraut. Entferne bei Rosen Wildtriebe, die unterhalb der Veredlungsstelle austreiben, und kontrolliere gleich auf erste Anzeichen von Mehltau oder Blattläusen.
Auch das Ausputzen verblühter Frühlingsblumen gehört im Mai zur Ziergartenpflege. Tulpen und Narzissen lässt du einziehen, das heißt: Die Blätter bleiben so lange stehen, bis sie von allein vergilben. Nur so können die Zwiebeln Kraft für das nächste Jahr sammeln. Wenn die Blätter vollständig eingetrocknet sind, kannst du die Zwiebeln, falls gewünscht, ausgraben, trocknen und an einem luftigen, kühlen Ort bis zur Herbstpflanzung lagern.
Obstgarten: Blüten schützen und richtig ausdünnen
Im Obstgarten ist der Mai ein Monat voller Hoffnungen – die Bäume stehen in Blüte oder haben gerade abgeblüht, und der Fruchtansatz wird sichtbar. Spätfröste können jetzt noch Schäden verursachen, vor allem bei empfindlichen Sorten wie Aprikose, Pfirsich oder frühen Apfelsorten. Bei angekündigten kalten Nächten helfen Vlies, Jutesäcke oder spezielle Frostschutzhauben, die abends über kleinere Bäume oder Sträucher gelegt werden. Auch eine leichte Beregnung kann in manchen Fällen schützen, ist aber eher etwas für Profis.
Nach der Blüte zeigt sich meist, wie reich der Fruchtansatz ist. Viele Obstbäume neigen zu überreichem Ansatz, was später zu kleinen, wenig aromatischen Früchten und einer Überlastung der Äste führen kann. Im Mai beginnt daher das Ausdünnen, vor allem bei Apfel und Birne. Entferne die kleinsten, beschädigten oder dicht beieinanderhängenden Früchte, sodass pro „Fruchtbüschel“ idealerweise nur eine kräftige Frucht übrig bleibt. Das wirkt zwar radikal, führt aber zu deutlich besserer Qualität.
Auch bei Beerensträuchern lohnt ein genauer Blick. Stachelbeeren und Johannisbeeren profitieren davon, dass zu dicht stehende Triebe ausgelichtet werden, damit mehr Licht in den Strauch gelangt und die Beeren besser ausreifen. Achte beim Schneiden darauf, ältere, dunklere Triebe zu entfernen und junge, kräftige stehen zu lassen. Bei Erdbeeren ist jetzt die Zeit, alte, kranke Blätter zu entfernen, Strohmulch auszubringen und die Pflanzen gut zu wässern, um eine reiche Ernte vorzubereiten.
Parallel zur Fruchtpflege gehört im Obstgarten auch die Nährstoffversorgung auf den Plan. Kompostgaben im Bereich der Baumscheiben, ergänzt mit einem organischen Beerendünger bei Sträuchern, stärken die Pflanzen dauerhaft. Halte den Stamm- und Wurzelbereich möglichst frei von hochwüchsigem Gras, damit Wasser und Nährstoffe den Obstgehölzen zugutekommen. Eine dünne Mulchschicht aus Grasschnitt oder Laub hilft gegen Austrocknung und unterdrückt Beikräuter.
Bewässerung planen: So bleibt der Garten vital
Mit steigenden Temperaturen wächst der Wasserbedarf im Garten. Statt nur bei Trockenheit spontan zu gießen, lohnt es sich, im Mai ein durchdachtes Bewässerungskonzept zu planen. Prüfe, welche Bereiche deines Gartens am meisten Wasser benötigen (Gemüsebeete, Kübelpflanzen, neu gesetzte Gehölze) und wo eher robuste, trockenheitstolerante Pflanzen stehen. So kannst du Prioritäten setzen und verschwendest kein Wasser.
Effizient ist vor allem seltenes, aber gründliches Wässern. Lieber seltener große Mengen als täglich nur ein bisschen: So werden die Wurzeln in die Tiefe gelockt und die Pflanzen werden widerstandsfähiger gegen Trockenperioden. In den frühen Morgen- oder späten Abendstunden verdunstet am wenigsten Wasser, und Blätter trocknen trotzdem noch ausreichend ab, sodass Pilzkrankheiten nicht gefördert werden.
Technische Hilfsmittel wie Tropfschläuche, Perlschläuche oder ein einfaches System aus Regenfässern und Schläuchen können die Arbeit erleichtern. Tropfbewässerungen bringen das Wasser gezielt an die Wurzeln, ohne das Laub zu benetzen, und sind besonders im Gemüsebeet oder bei Heckenpflanzungen sinnvoll. Im Mai ist auch ein guter Zeitpunkt, vorhandene Anlagen zu überprüfen: Sind Schläuche dicht, Regner richtig eingestellt, Zeitschaltuhren noch passend programmiert?
Denke auch an die Regenwassernutzung. Dachflächen bieten große Sammelpotenziale; ein oder mehrere Regentonnen oder Zisternen schonen nicht nur den Geldbeutel, sondern liefern auch weiches Wasser, das viele Pflanzen bevorzugen. Achte auf kindersichere Abdeckungen und ein feinmaschiges Netz gegen Mücken. In trockenen Regionen kann es sinnvoll sein, zusätzlich auf wassersparende Bodenpflege (Mulchen!) zu setzen, damit das kostbare Nass möglichst lange im Boden bleibt.
Pflanzenschutz: Schädlinge frühzeitig erkennen
Im Mai erwacht nicht nur der Garten, sondern auch viele Schädlinge und Krankheitserreger werden aktiv. Wer früh und aufmerksam kontrolliert, kann meist mit schonenden Maßnahmen viel erreichen. Untersuche regelmäßig die Blattunterseiten von Gemüse, Stauden und Rosen auf Blattläuse, weiße Fliegen oder Spinnmilben. Gelbliche Flecken, eingerollte Blätter oder klebrige Beläge sind oft erste Hinweise. Je früher du reagierst, desto leichter ist die Bekämpfung.
Genauso wichtig ist der Blick auf Pilzkrankheiten wie Mehltau, Rost oder Blattflecken. Feucht-warme Witterung, dicht stehende Pflanzen und nasses Laub begünstigen deren Ausbreitung. Achte auf weißlich-mehlige Beläge (Mehltau), rostbraune Pusteln oder unregelmäßige Flecken. Entferne betroffene Blätter großzügig und entsorge sie über den Restmüll, nicht auf dem Kompost, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden.
Setze bevorzugt auf vorbeugende Maßnahmen: ausreichend Pflanzabstand, luftige Kronen bei Gehölzen und Gießen direkt an die Wurzeln statt über die Blätter. Starke, gut ernährte Pflanzen sind wesentlich weniger anfällig. Pflanzenstärkungsmittel wie Brühen oder Jauchen aus Ackerschachtelhalm, Brennnessel oder Schachtelhalm können im Wochenrhythmus eingesetzt werden, um das Pflanzengewebe zu festigen und den natürlichen Widerstand zu erhöhen.
Wenn eine direkte Bekämpfung nötig ist, greife nach Möglichkeit zu biologischen oder mechanischen Methoden. Blattläuse können oft schon mit einem kräftigen Wasserstrahl reduziert oder mit einer milden Seifenlösung behandelt werden. Schnecken fängst du mit Bierfallen, Handabsammeln oder Schneckenzäunen ab. Chemische Mittel sollten im Hobbygarten die letzte Option sein – und dann nur zielgerichtet, nach genauer Diagnose und unter Beachtung aller Anwendungsbestimmungen.
Nachhaltig gärtnern: Mulchen, Kompost & Nützlinge
Ein nachhaltiger Garten beginnt mit dem Boden – er ist das Herzstück jedes funktionierenden Ökosystems. Mulchen spielt dabei eine zentrale Rolle: Eine schützende Schicht aus organischem Material wie Rasenschnitt (angetrocknet), gehäckselten Zweigen, Laub oder Stroh bewahrt die Bodenfeuchte, mindert Erosion und füttert langfristig das Bodenleben. Im Mai, wenn die Böden bereits erwärmt sind, ist der ideale Zeitpunkt, um Gemüsebeete, Stauden und Obstgehölze zu mulchen.
Kompost ist im ökologischen Gartenbau unverzichtbar. Er schließt Nährstoffkreisläufe, reduziert Abfall und sorgt für humusreichen, lebendigen Boden. Achte auf eine ausgewogene Mischung aus „grünen“ (stickstoffreichen) und „braunen“ (kohlenstoffreichen) Materialien: Rasenschnitt, Gemüsereste und Kaffeesatz auf der einen, Laub, kleingeschnittene Zweige und Pappe auf der anderen Seite. Im Mai kannst du ältere Kompostmieten umsetzen, um sie besser mit Sauerstoff zu versorgen und den Rotteprozess zu beschleunigen.
Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen, Vögel oder Igel sind deine natürlichen Verbündeten im Pflanzenschutz. Ein vielfältiger, strukturreicher Garten mit Hecken, Blumenwiesen, Totholzhaufen und Insektenhotels bietet ihnen Nahrung und Unterschlupf. Verzichte auf großflächige Insektizide und lasse auch mal ein paar „wilde Ecken“ stehen – sie werden schnell zu wertvollen Rückzugsorten. Schon wenige Nisthilfen und Wasserstellen können die Nützlingsdichte spürbar erhöhen.
Auch die Pflanzenwahl beeinflusst die Nachhaltigkeit: Bevorzuge robuste, standortgerechte Arten und Sorten, die mit dem lokalen Klima gut zurechtkommen und wenig Pflege benötigen. Heimische Wildstauden und -sträucher bieten Insekten und Vögeln besonders viel. Im Mai ist eine gute Gelegenheit, neue, insektenfreundliche Pflanzen ins Sortiment aufzunehmen und gleichzeitig zu beobachten, welche bereits im Garten vorhandenen Blüten besonders gut besucht werden.
Häufig gestellte Fragen und Antworten im Überblick
Welche Gartenarbeiten haben im Mai Priorität?
Im Mai sind Beetvorbereitung, Aussaat vieler Gemüsesorten, das Auspflanzen von Jungpflanzen (Tomaten, Paprika & Co.), die Rasenpflege sowie die Kontrolle auf Schädlinge und Krankheiten besonders wichtig. Außerdem solltest du dein Bewässerungskonzept und gegebenenfalls Frostschutzmaßnahmen im Obstgarten im Blick behalten. 🌱
Ab wann dürfen Tomaten ins Freiland?
Tomaten sollten erst nach den Eisheiligen (meist Mitte Mai) dauerhaft ins Freiland, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. In rauen Lagen kann es sinnvoll sein, noch eine Woche länger zu warten oder zunächst mit Vlies zu schützen. Im Gewächshaus ist ein früherer Pflanztermin möglich. 🍅
Wie oft sollte ich im Mai gießen?
Das hängt stark von Witterung, Bodenart und Pflanzen ab. Neu gepflanzte Kulturen und Kübelpflanzen brauchen meist tägliche Kontrolle und häufiges Gießen. Eingewachsene Stauden und Gehölze kommen mit selteneren, dafür durchdringenden Wassergaben besser zurecht. Gieße bevorzugt morgens oder abends und direkt an die Wurzeln. 💧
Wie erkenne ich, ob mein Boden genug Nährstoffe hat?
Ein guter Indikator sind Wuchsbild, Blattfarbe und Ertrag deiner Pflanzen. Blassgrüne, kümmerliche Pflanzen deuten auf Nährstoffmangel hin, sehr wüchsige, dunkelgrüne, aber wenig blühende Pflanzen eher auf Überversorgung mit Stickstoff. Am sichersten ist eine Bodenanalyse alle paar Jahre. Regelmäßige Kompostgaben halten das Nährstoffniveau langfristig stabil. 🌿
Welche Mulchmaterialien sind im Gemüsegarten geeignet?
Bewährt haben sich angetrockneter Rasenschnitt, gehäckseltes Stroh, Laub, gehäckselte Zweige oder spezielle Mulchfolien auf biologischer Basis. Achte darauf, nicht direkt an den Stängel zu mulchen, um Fäulnis zu vermeiden. Bei Schneckenproblemen sind grobe, trockene Materialien oft vorteilhafter als feiner, feuchter Rasenschnitt. 🐞
Der Mai ist die arbeitsreichste, aber auch eine der schönsten Zeiten im Gartenjahr: Überall wird gesät, gepflanzt, geteilt, geschnitten und gestaltet. Wenn du die wichtigsten Aufgaben – von der Beetvorbereitung über Aussaat, Pflanzung, Rasen- und Obstgartenpflege bis hin zu Bewässerung, Pflanzenschutz und Nachhaltigkeit – im Blick behältst, legst du jetzt den Grundstein für eine reiche Ernte und einen blühenden Garten bis weit in den Herbst. Nutze die Energie dieses Monats, beobachte aufmerksam und passe deine Maßnahmen flexibel an Wetter und Pflanzenentwicklung an – so wird dein Garten im Mai und darüber hinaus zu einem vitalen, lebendigen Rückzugsort.
